SG "Eintracht" e.V. Groß Gastrose
  Chronik
 

I. Sportlicher Rückblick


  1.  Von der Gründung bis 1945
  2. Neustart des Vereins von 1949-1974 I. Sportlicher Rückblick
  3. 1974 Eintracht-Traktor-Eintracht-2002

 

II. Sportabteilungen  im Wandel der Zeiten

 

            Personen

 

III. Stationen der Sektionen Fußball

 

  1. Allgemein
  2. 5 Jahre Bezirksklasse Staffel Ost
  3. Vereinsgebäude
  4. Sportanlage alt und neu

 

IV. Internationaler Sportverkehr

            Bizon Bieganow (Nähe Cybinka) VR Polen

 

 

V. Personen welche die Vereinsarbeit geprägt haben

 

VI. Nachwort

 

 

 

 

I. Sportlicher Rückblick

 

1.      Von der Gründung bis 1945!

 

 

Nach Überlieferung wurde der Turnverein Groß-Gastrose im Jahre1912 gegründet.

Gründungsvater und 1.Vorsitzender war Herr Otto Krüger.

Später übernahm der Gärtner Harnisch aus Sadersdorf den Vorsitz.

An seiner Seite der Kohlenhändler Richard Lehmann als Kassierer.

Den Vorstand komplettierte der Gastwirt der Bahnhofsgaststätte Groß-Gastrose.

Die Mitglieder des Turnvereins betätigten sich hauptsächlich in den Sportarten Turnen und Leichtathletik.

Als Sportstätten wurde der Sportplatz am Friedhof und der Saal im Lokal Kois genutzt.

Da Groß Gastrose schon immer Schulstandort war, nahmen auch viele Kinder und Jugendliche am sportlichen Wettstreit teil.

Auch außerhalb vom Ort sind unsere Sportler mit Erfolg angetreten.

Ein Beispiel sind die Urkunden von Willi Krüger aus den Jahren 1920 und 1926.

Der Onkel unseres Sportkameraden Rainer Krüger hatte schon damals im Steinstoßen und im Vierkampf 1.Preise gewonnen.

Der Sonntag war für alle Sportler der Höhepunkt. Mit Musik ging es gemeinsam

vom Treffpunkt Lokal Kois zum Sportplatz am Friedhof. Sportliche Übungen wurden dann bis Mittag durchgeführt.

  

 
 

2.      Neustart des Vereins 1949 – 1974

 
 

Die Wiederbelebung des Turnvereins Groß-Gastrose erfolgte nach dem 2.Weltkrieg und dessen schweren Folgejahren bis 1949.

Der Sportfreund Helmut Dreher war damals FDJ-Sekretär und ein ganz aktiver Laufsportler. Sein Vater Helmut Dreher unterstützte als Bürgermeister die Bildung der Sportgruppe.

Auf dieser Grundlage kam es dann am 01.04.1949 zur Gründung der SG Eintracht Groß-Gastrose.

Am Anfang bestand der Verein aus der Sektion Handball, Leichtathletik und Turnen. Die Fußballtradition begann etwas später. Mit ihr wurde der Handballsport etwas in den Hintergrund gerückt. Zeitweise wurde sogar mit zwei Mannschaften gespielt. Auch Jugendmannschaften wurden in den Spielbetrieb integriert.

Das Transportmittel der damaligen Zeit war vorrangig das Fahrrad.

Stolz waren die Sportler schon, wenn mal ein Traktor mit Hänger zur Verfügung stand.

Wie es so üblich war, wurden alle Leistungen zum Sportbetrieb in Eigenleistungen erbracht.

 

Ende der 60-e r Jahre kam es für den Verein zu einer kurzen Durststrecke. Der Sportbetrieb musste für kurze Zeit eingestellt werden. Doch schon 1970 konnte wieder eine Mannschaft gemeldet werden. Mit dieser Mannschaft wurden dann Jahr für Jahr bessere Ergebnisse erzielt und eine führende Position in der Kreisklasse eingenommen.

 

  

3.    1974 Eintracht - Traktor - Eintracht  -  2002                                                         

 

Am 1.April 1974 wurde aus der Sportgemeinschaft Eintracht die 

BSG Traktor  „Neißetal“  Groß-Gastrose.

 

Die Gründe für die Umbenennung sind vielfältiger Natur.

An dieser Stelle möchte ich nicht näher auf dieses Thema eingehen.

Die LPG  „Friedensgrenze“  als neuer Trägerbetrieb sollte einen neuen Qualitätssprung einleiten. Das gelang auch eindeutig.

Die  BSG   „Traktor“  verbesserte ständig die Tabellenposition nach oben.

Der Höhepunkt war das Spieljahr 77/78 .

 

Mit der Meisterschaft, dem FDGB- und dem Traktorpokal gewann die BSG Traktor Groß-Gastrose alle drei Wettbewerbe.

Im Anschluss wurde in der Aufstiegsrunde der 2.Tabellenplatz belegt und damit der Aufstieg zur Bezirksklasse erreicht.

Gleichzeitig entwickelte sich der Fußball in der Breite.

Im August 1977 bildete sich eine 2.Männermannschaft.

Zeitweilig waren 4 Nachwuchsmannschafen im Spielbetrieb.

Es gab nicht nur Fußball, auch eine Sektion Gymnastik unter der Leitung

von Frau Marlis Balzer wurde gegründet.

Später übernahm Frau Heidi Brose diese Gruppe.

 

Eine bedeutende Zeit war der internationale Sportverkehr.

Herr Rudi Noack übernahm die Funktion des 1.Vorsitzenden und somit begann ein reger sportlicher Austausch mit dem Verein „Bizon Bieganow“ bei Cybinka in der

VR Polen. Jährlich wurden sportliche Vergleiche mit kulturellen Höhepunkten durchgeführt. Aber auch Frühlingsläufe mit Grillabschluss für Nichtmitglieder wurden organisiert.

Dorf- und Betriebssportfeste wurden vom Verein und vielen Bürgern gemeinsam organisiert, welche sich zu Traditionsfesten entwickelten.

 

Mit der Wende wurde es auch für den Verein schwieriger. Trotzdem spielte unsere Männermannschaft eine gute Rolle in der 1.Kreisklasse.

Für komplette Nachwuchsmannschaften reichen die Kinderzahlen im Umfeld leider nicht mehr aus, so dass interessierte und talentierte Jugendliche den weiten Weg nach Guben auf sich nehmen müssen.

 

Wir wünschen uns, dass sie vielleicht einmal zu unserem Verein zurückfinden.

 
 

 

II. Sportabteilungen im Wandel der Zeiten

 

Die wichtigsten Sportarten nach der Wiederbelebung des Sportvereins waren Turnen, Leichtathletik und Feldhandball. Der Feldhandball fand nach dem Krieg in zahlreichen Dörfern und Städten sein Echo.

Mit geringen Mitteln konnte er durchgeführt werden. Aber das sollte nicht lange so gehen. Mit dem Rückgang des Handball formierte sich das Interesse mehr in Richtung Fußball. Aus Handballer wurden eben Fußballer.

 Die ersten Handballer spielten also in der Sektion Fußball ab 1952 weiter. Alter und neuer Sektionsleiter war der Sportfreund Ernst Kunzke. Aber auch die Leichtathletik und das Turnen hatte eine starke Anhängerzahl.

Die Leichtathleten nahmen an zahlreichen Sportveranstaltungen in der Umgebung teil, z. B. Frühjahrswaldlauf in Kerkwitz, Platzweihe in Horno, Sportfeste in Grießen.

 Am 03.08.1951 wurde er mit 14 Jahren Mitglied des Vereins. Schon am 02.09.1951 holte er sich die erste Urkunde beim Sportfest der SG Eintracht Groß - Gastrose im Dreikampf der männlichen Jugend B. Zahlreiche Urkunden zeugen von seiner Vielseitigkeit.

Jahrelang blieb Günter mit einigen Kameraden der Leichtathletik treu und ist bis heute noch Mitglied der SG Eintracht. Er verpasst  auch heute kaum ein Spiel der Fußballer.

Die Turner nutzten vorrangig den Saal der Gaststätte Kois.

Leichtathleten und Turner waren ein mehr oder weniger große Gemeinschaft.

 

Namen wie Fritz Gulbe, Herbert Sieger, Arthur Balzer, Willi Juhr u. Walter Fischer waren diejenigen die den jungen Burschen das Turnen als Turnwarte beibrachten. Trotz der damaligen großen Anforderungen aller Sportler im Berufsleben wurde fleißig geübt. Zu den jüngeren Turnern gehörten Namen wie: Wilhelm Schmidchen, Kurt Balzer, Fritz Kitsching.......

 Die Turner u. Leichtathleten hatten ihre letzten Auftritte 1961. Damit war dieses Thema Geschichte. Im Jugendbereich übernahm die Zentralschule diese Aufgaben und erzielte in den Folgejahren große Erfolge im Kreismaßstab und darüber hinaus.

(siehe Radfahrer Lothar Thoms)

 

In den 70 / 80-er Jahren wurden einige Versuche gestartet, Sektionen wie Tischtennis, Billard und Federball zu bilden. Aber zu einem konkreten Wettspielbetrieb reichte es leider nicht.   

 

 
 

III. Stationen der Sektionen Fußball

 

 

1. Allgemein

 

Wie schon voraus gesagt bildete sich im Jahr 1952 aus den Handballern die neue Fußballmannschaft mit ihrem Sektionsleiter Ernst Kunzke an der Spitze.

Leider sind die meisten nicht mehr unter uns. Das zur damaligen Zeit ordentlicher Fußball geboten wurde, beweisen die Geschichten der Alten. Dort kann gewiss noch manch einer erzählen, wie schwierig es war den Spielbetrieb abzusichern. Oft wurde nur mit 10 Spielern begonnen.

Viele hatten ihren Beruf in der Landwirtschaft und das war auch sehr wichtig.

 

Die Fußballer aus Groß Gastrose konnten aber nicht alleine bestehen. Deshalb wurde in den Nachbardörfern fleißig um Mitglieder geworben. Horno, Grießen, Kerkwitz, Schlagsdorf, Klein Gastrose, Taubendorf und Albertinenaue – aus all diesen Dörfern kamen Sportfreunde nach Groß Gastrose zum Fußball.

Diese Tradition hat bis in unsere Zeit Bestand.

 

Ein Beispiel zeigen die Spielberichte vom 23.3.1959 und 15.11.1959. Auch damals setzte der Verein auf Nachwuchsarbeit. Eine Jugendmannschaft nahm am Spielbetrieb teil. Die Aufstellung der Mannschaft verrät dem Fachmann mit welcher Taktik in das Spiel gegangen wurde. Trotz großer Bemühungen aller Verantwortlichen kam es zum Rückgang im Sportgeschehen. Wenn man es im nachhinein betrachtet war es ein Generationswechsel  den es immer wieder geben wird. Mitte der 60-iger Jahre kam es zum Stillstand im Fußball.

Aber wie es so schön im Lied heißt:“ Aber Eintracht, aber Eintracht wird nie untergehen...“ bilden junge und alte Sportler eine neue Truppe und nahmen erneut am Spielbetrieb teil.

 

Hier nun die schon erwähnten Spielberichte von 1959

 

22.3.1959

Jugend

Gegen Lok Guben gemeinsam in Guben

 

Resultat:

3:1(1:0) für Eintracht

Aufstellung:

Junga

 

Matzke           Schuster        Krüger II

 

Kommel         Semmler

 

Schibilla         Krüger I          Nitschke         Schulz

 

Torschützen: Schulz 2,  Nitschke

 

Männer

Gegen Dynamo Guben 2 in Guben

Resultat:

2:1 (2:1) für Eintracht

Aufstellung:

Heinke

 

Lehmann II     Reiche           Schuster

 

Pohlack          Spizak

 

Heide             Märksch         Görlich           Lehmann I      Hugler

Torschützen: Görlich, Heide

 

15.11.1959

gegen Traktor Bärenklau

in Bärenklau

 

Resultat:

6:0(6:0) für Eintracht

Aufstellung:                                               Reiche

 

Zech   Heide             Fielow

 

Krüger, H        Spizack

 

Hartmann       Märksch         Görlich           Anton              Hugler, W.

 

Torschützen: Hugler W 2,            Görlich           Märksch  Anton  und einSelbsttor

 

Herausstellung: Spizack 2min. vor Spielende

 

Viele junge Sportler hatten ihr Handwerk in Guben bei Chemie und Lok gelernt.

Jetzt konnten sie beweisen zu welcher Leistung sie fähig waren.

Von Jahr zu Jahr steigerte sich die Mannschaft im Kreismaßstab und bestimmte bald in führender Rolle das Spielgeschehen mit.

 

Zum ersten großen Höhepunkt kam es 1975 mit der Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse.

Eintracht hatte nur den 3.Tabellenplatz erreicht aber die besser platzierten Mannschaften wollten und durften nicht aufsteigen. Aber beim ersten Anlauf klappte es leider nicht.

2 Jahre später sollte es der fast gleichen Mannschaft gelingen, den Aufstieg perfekt zu machen.

Fünf schöne und erlebnisreiche Jahre folgten für die BSG Traktor   „Neißetal Groß-Gastrose“, wie wir uns seit 1974 nennen durften.

Auf Grund der guten Nachwuchsarbeit in dieser Zeit ( Bild 2 mit den bewährten Betreuern in dieser Zeit Heinz Raschack und Rudi Noack) konnte Traktor eine

II. Mannschaft  ab 1978 in das Rennen schicken. Betreut wurde diese Truppe vom engagierten Hartfried Dabow.

Nachwuchsmannschaft mit Betreuern

Raschack und Noack

Trainer: Heinz Raschack, Detlef Raschack

Ralf Schulz, Uwe Hapke, Torsten Dohnt, Harald  Lehmann      

Betreuer: Rudi Noack

Manfred Bahlke, Klaus Peter Lehmann, Heiko Schneider,

Uwe Krüger, Andreas Krüger, Detlef Naumann

Frank Lehmann

 

 

 

 

 

 

 

 


Als der Abstieg 1983 nicht mehr aufzuhalten war, musste es trotzdem weitergehen.

Die 1. und 2. Mannschaft spielten nun wieder auf Kreisebene. Höhen und Tiefen wechselten sich ab.

Um den Fortbestand des Gastroser Fußball sollte eigentlich niemanden Bange sein. 1979 waren eine Schüler- und Juniorenmannschaft zum Spielbetrieb gemeldet und zogen dies auch durch. Es waren so zusagen 5 Mannschaften zu betreuen und trainieren. Man sollte auch heute noch Hochachtung vor diesen Sportlern haben, die dieses ermöglichten. Wie viele Pokale und gute Platzierungen erreicht wurden, ist heute kaum nachvollziehbar. Alle daran Beteiligten können sich immer wieder an schöne Erlebnisse rückbesinnen.

Neue Verhältnisse brachte die Wende und mit ihr verbunden die Kreisgebietsreform Anfang 1990. Am 28.06.1990 wurde auf Beschluss der Mitgliederversammlung der Antrag zur Rückbenennung in die SG Eintracht Groß-Gastrose gestellt. Bestätigt wurde dies am 01.01.1991 von Amtsgericht / Kreisgericht Guben.

Die Gubener Fußballer bevorzugten den Zusammenschluss mit Eisenhüttenstadt / Frankfurt/Oder.

 

Sportlich gesehen gehören wir dem Fußballkreis „Oder-Neiße“ an. Politisch gesehen liegt der Altkreis Guben im Fußballkreis „Spree-Neiße“. Aus heutiger Sicht ist das für uns keine gute Lösung.

 

Alte bewährte Traditionen wurden damit zerstört.

Durch diese Regelung und personelle Schwierigkeiten rutschten unsere Fußballer bis in die II. Kreisklasse ab. Sie hat aber Moral bewiesen und sich kurzfristig wieder für die I. Kreisklasse qualifiziert.

Eine obere Tabellenposition ist für uns die Zielstellung. Auf Grund der Nachwuchsarbeit konnten in den letzten Jahren immer wieder einige Jugendspieler in die Mannschaft integriert werden.

So besteht die Truppe aus einer guten Mischung von Jung und Alt mit der Hoffnung, dass der Gastroser Fußball noch recht lange seine treuen Zuschauer erfreuen kann.

 

5 Jahre Bezirksklassenfußball in Groß Gastrose

 

Unter diesem Motto möchte ich allen Fußballanhängern der Groß-Gastroser

Traktor-Elf die vergangenen Jahre in Erinnerung rufen.

 

Der Abstieg der Mannschaft aus der Bezirksklasse Staffel-Ost gibt Anlass  dazu, einen kleinen statistischen Bericht zu verfassen.

 

Im Spieljahr 1977/78 erkämpfte sich unsere Mannschaft erstmals den Titel eines Fußballkreismeisters.

Gleichzeitig zu diesem Erfolg gesellte sich der Traktor-Pokal sowie der FDGB-Pokal.

Mehr war gar nicht möglich.

Nach diesem eindrucksvollen Titelgewinn musste die Mannschaft die Aufstiegsrunde bestreiten.

 

Mit wenig Hoffnung wurden die Spiele vorbereitet.

Nachdem in Spremberg mit  3:0 und zu Hause gegen Kölzig mit 4:2 gewonnen wurde, rückte der Traum von der Bezirksklasse  näher.

Auch die Niederlage in Boxberg wurde gut verdaut.

Im entscheidenden Abschlussspiel gegen den Favoriten ASG Cottbus-Süd musste mindestens Unentschieden gespielt werden.

Nach großem Spiel wurde sogar mit 3:2 gewonnen.

Damit spielte nun erstmals eine Groß-Gastroser Fußballmannschaft in der Bezirksklasse.

Der Punktspielauftakt erfolgte am 03.09.1978 gegen Lok Cottbus II mit 2:1.

Das erste Jahr war das  Erfolgreichste.

Ohne einmal in Abstiegssorgen zu kommen, wurde am Ende mit 36:47 Toren und einem Punktverhältnis von 27:25 abgerechnet.

Damit wurde Platz 6 belegt.

  Spieljahr 1979/80 sollte das Jahr der Bewährung werden.

Mit 7 Pluspunkten belegte die Mannschaft zur Halbserie Platz 13.

Mit einem gewaltigen Endspurt wurden nun 15 Punkte aus der Rückrunde geholt, aber aufgrund des schlechten Torverhältnisses reichte es nur zum 12. Platz.

Dieser berechtigte jedoch zur Teilnahme an einer Qualifikationsrunde mit Motor Ruhland und vorwärts Doberlug-Kirchhain, den jeweils Tabellenzwölften der Staffeln West und Mitte.

Nach Siege über Ruhland mit  2:0 und  2:1, gegen Doberlug 1:4 stand Ruhland als Absteiger fest.

Im dritten Jahr, nun schon zur Überraschung aller Fußballanhänger, zog Traktor überraschend sicher wieder seine Kreise. Erstmals sollten 3 Mannshaften absteigen. Die Bezirksklasse sollte auf 12 Mannschaften reduziert werden.

In der ersten Runde mit einem ausgeglichenem Punktverhältnis von 13:13 wurde Rang 7 belegt. Erstmals wurde in der Rückrunde mit 10 Pluspunkten eine fallende Tendenz verzeichnet, im Gesamtergebnis reichte es jedoch mit 23:29 Punkten und einem guten Torverhältnis von 33:38 zum 10. Tabellenplatz.

 

Im Spieljahr 1981/82 wollte die Mannschaft an die Ergebnisse des Vorjahres anknüpfen. Dies gelang jedoch in keiner Phase. Bei nur 12 Mannschaften in der Staffel übernahm Traktor am 15. Oktober die rote Laterne und konnte diese Position bis zum Spieljahresende mit „Erfolg“ verteidigen. Mit einem Torverhältnis von 19:59 und einem Punktverhältnis von 8:36 wurde die Serie abgeschlossen.

Dieses glanzlose Spieljahr musste Traktor nun mit einer Qualifikationsrunde abschließen. Die Gegner hießen Traktor Jessen und Chemie Friedrichshain, Tabellenzwölfter der Staffel West und Mitte. Im ersten Spiel mit 1:1 gegen Jessen. In Friedrichshain 2:1 sowie ein 4:0 in Jessen ließen alle Abstiegssorgen vergessen. Souverän wurde diese Hürde zum Klassenerhalt bewältigt.

 

Die neue Saison bot gute Hoffnungen auf ein erfolgreiches Abschneiden im Spieljahr. Die Mannschaft zeigte gute Spielleistungen. Trotzdem belegte die Mannschaft von Beginn der Serie an nur die Plätze 13 und 14. Beide Runden wurden mit einem Punktekonto von 19:17 abgeschlossen. Obwohl die Konkurrenz nicht stärker spielte, fehlte es am Umsetzen von Tormöglichkeiten in zählbare Werte. Dieses rächte sich am Ende bitter. 18 Punkte reichten nicht, um den Klassenerhalt zu sichern.

Die Ursachenermittlung liegt aber nicht in meiner Hand.

 

In diesen 5 Jahren musste Traktor zu 126 Punktspielen antreten. Nicht gerechnet die zusätzlichen Qualifikationsspiele zum Klassenerhalt der Jahre 1980 und 1982.

Dabei erreichte Traktor in Heimspielen ein Punktverhältnis von 63:63. Es wurden 24 Spiele gewonnen und 15 Remis gestaltet. Auch auswärts brauchte sich Traktor nicht zu verstecken. 10 Spiele gewonnen, 15 unentschieden und 38 verloren, also ein Punktverhältnis von 35:91

 


Im  Gesamtergebnis   ergeben   sich:

 

 

34     Spiele  gewonnen

30     Spiele  unentschieden

62     Spiele  verloren 

 

 

 

In   allen  126  Punktspielen  wurden  149  Tore  erzielt. Unsere  Torleute  mussten

In der  gleichen  Zeit  241  mal  den  Ball  aus  dem  Netz  holen.

In  die  Torschützenliste   konnten  sich  18  Spieler  eintragen.  Als  Kuriosum  kann  man  die  Torerfolge  von  Sportfreund  Buder  rechnen. Er  erzielte  als  ältester  Spieler  im  Punktspielauftakt  am  03.09. 1978  gegen  Lok  Cottbus  II  das  erste  Tor  in  der  Bezirksklasse  für  Groß  Gastrose.  Gleichzeitig  war  sein  Kopfballtreffer  zum  2:  0  im letzten  Spiel  gegen  Kunersdorf  der  vorläufig  letzte  Treffer  für  Traktor  in  der Bezirksklasse.

 

 

Die  Torschützenbesten  der  einzelnen   Spieljahre:

 

1978/79

1979/80

1980/81

1. Märksch          9        

Kaschwich         7

Märksch             5

2. Nitschke          7

Happatz             6

Nitschke             4

    Happatz          7      

Märksch             5

 

 

 

 

                                                                                                     

3  Tore  fehlen gegen

Empor  HO

 

 

1981/82

1982/83

1. Kaschwich                4

Siegert, N.       7

2. Siegert, B.                3

Nitschke          4

    Nitschke                   3

Wildekopf        4

 

 

                                                                                                        

1        Tor  gegen                                                                                                             Fortschritt Cottbus  fehlt

  

Für den Rückblick „5 Jahre Bezirksklasse“

bedanken wir uns bei Sportfreund Walter Barndt.

 


 

 

3. Vereinsgebäude - Sportanlage

 

Die sportlichen Leistungen brauchen natürlich auch eine solide Grundlage um diesen Sport auszuüben. Die alte Gastroser Sportanlage am Friedhof war ein bescheidenes Kapitel für  den Sportbetrieb. Wie es so üblich war, wurden alle Bautätigkeiten in Eigenleistungen vollbracht.

 

Das alte Gebäude hatte den II. Weltkrieg nicht überlebt. Also musste ein neues errichtet werden. Wo das Material u. ähnliches herkam ist für mich heute nicht nachvollziehbar.

Aber die größten Anteile hatten die Sportfreunde Karl Raschack u. Heinz Raschack.

In fast eigener Regie zogen sie den Bau auf den Fundamenten des Vorgängers hoch. Das geschah in den Jahren 1954 – 1957.

 Dieses hatte Bestand noch bis Anfang 1970. Diese Räumlichkeiten wurden aber auch zum Teil von der Schule mitgenutzt.

Die sanitären Verhältnisse entsprachen nicht den Vorstellungen. So kam es Jahr für Jahr zu kleinen Verbesserungen. Musste man sich jahrelang mit einer Schwengelpumpe und einer Wasserschüssel zufrieden geben, so wurden Ende `70 ein Waschraum, Schiedsrichter- und Geräteraum angebaut. Die Versorgung des Waschraumes lief folgender Maßen: Die verantwortlichen Fußballer pumpten mit einer Handkolbenpumpe aus dem Brunnen das Wasser in ein Jauchefass auf den Boden des Gebäudes. Nach dem Spiel stand im Waschraum fließend kaltes Wasser zur Verfügung.

  

Um die sportlichen Leistungen zu verbessern, wurden neue Trainingsmöglichkeiten geschaffen. Dies wurde erreicht mit der ersten Flutlichtanlage. Unsere Sportler waren ja in vielen Berufen tätig und mit verantwortlichen Aufgaben vertraut.

So war es möglich, mit wenig finanziellen Aufwand diese Beleuchtungsanlage auch mit Unterstützung der LPG „Friedensgrenze“ zu errichten. Für das bescheidene Material sorgten  Hartwig Richter, Manfred Happatz und Heinz Schuster.

 

Mit der Vielzahl an Mannschaften und der steigenden Leistungen der Sportler

genügte die alte Anlage nicht mehr den Erfordernissen. Neue Möglichkeiten bot der neue Trägerbetrieb die LPG „Friedensgrenze“ Groß Gastrose, unter der Führung des damaligen Vorsitzenden Alfred Sept und dem Sportverein, mit Rudi Noack an der Spitze, kam es zu einigen guten Vereinbarungen.

So erhielt der Verein ein neues Sportplatzgelände. In unermüdlichen Einsätzen wurden bis Mai 1978 zwei neue Sportplätze errichtet. Erstmalig durfte die 1. Männermannschaft zu ihrer 2. Aufstiegsrunde dort antreten. Die Mühe hatte sich gelohnt es wurde der Aufstieg geschafft.

Das nächste Ziel sollte nun die Errichtung eines neuen Sportlerheims werden.

Protokollnotiz vom 16.06.1980

Mit dem Bau eines Sozialgebäudes wird in nächster Zeit begonnen.

Und es sollte so kommen:

  

Unter der Leitung des ehemaligen LPG Vorsitzenden Alfred Sept begann im Sommer 1980 der Bau des neuen Sportlerheims.

Zahlreiche Helfer werkelten unter sachkundiger Anleitung bei der Errichtung unseres Heimes fleißig mit. Aber auch viele Helfer waren nicht Mitglied des Vereins.

Das zeigte doch das riesige Interesse an diesem Objekt.

Im Februar 1981 erfolgte dann durch den Vorsitzenden der LPG „Friedensgrenze“ Werner Brasching die Übergabe an den Sportverein.

Die Sportfreunde Norbert Siegert und Helmut Krüger sowie Bauleiter Alfred Sept wurden vom Verein mit einem Präsent für ihren Einsatz geehrt.

Dennoch können hier nicht alle Namen erwähnt werden.

 

Es können alle diese Gaststätte und Vereinsgebäude nutzen, besuchen und sich an ihren Arbeitsleistungen erfreuen. Waren nun gute Bedingungen geschaffen, so ruhten sich die Sportler noch lange nicht aus.

Ständig waren und sind Arbeitseinsätze in der persönlichen Freizeit notwendig um das Geschaffene zu bewahren. So erhielt der Nebenplatz eine Flutlichtanlage zur besseren Auslastung des Trainingsbetriebes.

Ein Ende ist also nicht in absehbarer Sicht.

 

 

IV. Internationaler Sportverkehr

 

 

Die BSG-Traktor Groß-Gastrose wollte unter ihrem rührigen Vorsitzenden sportliche Vergleiche mit unseren polnischen Nachbarn durchführen.

Die Kompliziertheit konnte unserem Rudi Noack nicht abschrecken.

Unser Partner sollte der Club Ludowy Klub Sportowy „Bizon“ Bieganow werden. Seine Heimatstadt ist in der Nähe von Cybinka. Anträge, Spielerlisten, Genehmigungen und vieles Andere war notwendig um diese erlebnisreichen Reisen und Begegnungen durchzuführen.

Hintergrund war natürlich ein Erfahrungsaustausch der beiden Trägerbetriebe

(LPG Friedensgrenze und Staatsgut Bieganow).

Die finanzielle Grundlage war damit gesichert. 1983 fand der 1. Vergleich auf sportlicher Ebene statt. Unsere polnischen Partner waren stets stark motiviert und ließen uns selten zu sportlichen Erfolgen kommen.

Aber es gab ja noch eine andere Seite. Die gemeinsamen Ferien, Museumsbesuche, Stadtrundfahrten, Grillabende am Wald, sogar an einer Maidemonstration nahmen Gastroser Fußballer teil. Dies waren Höhepunkte dieser bis 1991 währenden Freundschaft.

 Alle die an diesen sportlichen Vergleichen teilgenommen haben können sich bestimmt noch sehr lange an viele schöne lehrreiche und erlebnisreiche Episoden erinnern. Auch der Besuch der polnischen Märkte war für alle immer sehr nutzbringend.

Anbei finden sich noch ein paar Protokolle die zeigen sollen, wie schwer es war, unsere polnischen Nachbarn zu besuchen.

 


 

V. Personen welche die Vereinsarbeit geprägt haben

 

Mit der neuen Vereinsgründung 1949 übernahm Richard Zech die Geschicke des Vereins als Vorsitzender.

Kassierer und Sektionsleiter wurde Ernst Kunzke.

Sportfreund Kunzke erhielt in seiner langjährigen Tätigkeit zahlreiche Auszeichnungen. Bis zu seiner Verabschiedung im Dezember 1986 war er als Hauptkassierer tätig. Für seine Leistung wurde er mit der Ehrennadel des DTSB der DDR in Gold ausgezeichnet.

 

Der Nachfolger von Richard Zech wurde der Sportfreund Walter Fischer.

Seine Tätigkeit setzte das Gründungsmitglied und Laufsportler Helmut Dreher fort. Über Höhen und Tiefen steuerte er den Verein bis zum Jahre 1977.

Im Dezember 1977 übernahm Rudi Noack die Position des 1. Vorsitzenden.

Rudi war schon längere Zeit im Vorstand tätig, so war es  kein Neuland.

Er konnte sich auf ein bewährtes Team im Vorstand und zahlreiche Helfer stützen.

So blieb Rudi bis heute 1. Vorsitzender des Sportverein in Groß-Gastrose

( und geheimer Präsident ) .

 

Als die Eintracht im Jahre 1970 erneut begann leitete Franz Brose die neue Mannschaft. Sie wurde 1971 Herbstmeister und weitere gute Plätze folgten. Unterstützung hatte er damals durch Sportfreund Heinz Raschack als

Betreuer, welcher durch seinen Einsatz beim Bau beider Sportlerheime beteiligt war.

Auch Kurt Starruske war unermüdlich als Betreuer und Schiedsrichter im Einsatz.

 

Als Franz Brose aufhörte übernahmen Spieler wie Norbert Siegert, Detlef Spizak, Heinz Schuster die Mannschaft und das Training.

1980 wurde dann endlich als Trainer Jürgen Kleemann verpflichtet.

Die Nachwuchsarbeit dieser Zeit wurde von Rudi Noack u. Heinz Raschack geleitet. Später hatten sie Unterstützung durch die Sportfreunde Wolfgang Schömann, Manfred Bahle und Norbert Siegert. Nach Manfred Bahle übernahm Heinz Schuster 1988 die Jugendmannschaft bis 2000.

Norbert Pehle und Norbert Siegert mussten mit der Mannschaft zahlreiche Schwierigkeiten überwinden.

 

Ich möchte aber auch an solche Sportler erinnern wie Kurt Zech (aktiv bis 1964) Klaus Spizak und Werner Krüger die immer aktiv dabei waren. Ohne die Leistungen der als Betreuer, Reporter, Berichtschreiber, Schiedsrichter, Ordner, Waschfrau, Übungsleiter und Kassierer tätigen Sportfreunde hätten wir nicht auf diese Erfolge zurückblicken können.

 

Zu diesen Sportfreunden zählen noch Wolfgang Buder, Manfred Kaschwich, Schneider Eberhard, Hartfried Dabow, Günter Radke, Helmut Baum, Walter Barndt. Letztgenannter hat trotz seiner Invalidität an vielen Spielen als Berichterstatter für den Sportkasten teilgenommen.

Seinem großen Interesse am Fußball haben wir es zu danken, dass die 5 Jahre Bezirksklasse noch in bester Erinnerung sind.

 

 

 

VI. Nachwort

 

Alle Leistungen und Personen können in solch kurzem Rückblick leider nicht gewürdigt werden.

 

z. B.

 

  • Die Schiedsrichtertätigkeiten von Heinz Raschack, Wolfgang Schömann, Manfred Bahle, Frank Hennrich, Andre Will und weitere.
  • Die jahrelange Tätigkeit der Gymnastikgruppe unter der Leitung von Heidemarie Brose und Marlis Falk – Balzer.
  • Die Organisatoren der Land- und Betriebsportfeste sowie der jährlichen Sportvergnügen mit Angehörigen.
  • Dem Gastwirt Bernd Grunke für seine (20 jährige) zuverlässige Arbeit in der Sportgaststätte.
  • Den Sportfreunden Hartwig Richter, Lothar Richter, Detlef Spitzak und allen nichtgenannten für ihre Arbeit im Vorstand des Vereins.
  • Auch ein Dank an alle Sponsoren, die es ermöglichten den Sportbetrieb bis heute aufrecht zu erhalten.

Sind die letzten zehn Jahre dabei etwas zu kurz gekommen, so bleibt es die Aufgabe des nächsten Chronisten, diese zum 100.Jubiläum aufzuarbeiten.

 

Auch die zukünftigen Sportler der SG-Eintracht möchten nach dem Motto

(aus dem Jahre 1977)  von Rudi Noack handeln.

 

Das da lautet: „Alle Spieler sollten im Spiel ihre Höchstleistungen bringen.

Verwarnungen, Feldverweise und Streit in den Mannschaften  sollten nicht in Erscheinung treten“.

 

 
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